
“Ich habe bei mir selbst gekündigt”, sagt Antje Schomaker.Ihre Stimme klingt dabei frei und hell, und dennoch hört man ihr an, dass dieseLeichtigkeit harte Arbeit war. Überarbeitung, Burnout, Stress, Durchhalten,Aufrappeln, Ja sagen und Nein meinen, Ja sagen und Panik spüren, Ja sagen undHilfe denken – 2024 reichte die Mitarbeiterin Antje bei ihrer Chefin Antjeschriftlich die Kündigung ein, formvollendet formuliert in einem offiziellenDokument, mit Anschrift, Betreff und Unterschrift – ein symbolischer Schrittmit großer Bedeutung. Es folgte 2025 eine längst überfällige Pause. Nach einemJahr, in dem sie radikal aufgeräumt, umstrukturiert, reflektiert und sich vorallem erholt hat, kehrt Antje Schomaker 2026 zurück mit ihrem dritten Album“Liebes Tagebuch,” und klingt darauf politischer, schärfer, witziger,selbstbestimmter, ruhiger, tiefer, leichter und zentrierter als je zuvor. Dieneue Ära Antje Schomaker befasst sich noch konkreter mit patriarchalenMachtstrukturen, Wegen der Rebellion und Befreiung und dem scharfen Blick aufdie eigene Biographie, ohne in Nostalgie zu versinken. Der Sound präsentiertsich analog dazu klar und straight forward, überrascht aber immer wieder mitverspielten und humorvollen Details und detailverliebten Arrangements. Es istein Neuanfang, eine Versöhnung und ein Abschied zugleich.